"Mit Ablass ist ein vor Gott gültiger Nachlass zeitlicher Sündenstrafen gemeint. Er setzte voraus, dass sich der Sünder reuig zeigte, seine Sünden beichtete und die Strafen (Bußwerke) für seine Sünden akzeptierte."
Köhler meint doch allen Ernstes, die Banker "könnten" doch einen Teil ihrer Boni für einen guten Zweck spenden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,623488,00.html
Ungläubig da sitzend lese ich den Artikel noch einmal und kann nicht fassen, welch himmelschreiende Arroganz und abgrundtiefe Borniertheit aus diesem Mann spricht: Die, die durch ihr Zocken Millionen kassiert haben, die (un) menschlichen Ursachen dieser Krise, die, die dreist-blöde grinsend den Verlust hunderttausender Arbeitsplätze in Kauf nehmen und damit auch das Schicksal der betroffenen Menschen bis hin zu HartzIV und Kinderarmut, die sollen , wenn es nach Köhler geht, durch ein Milliönchen oder zwei Ablass ein reines Gewissen zurückerlangen. Ein Gewissen zurückerlangen, welches sie nie hatten mit Geld, welches ihnen nie gehörte, das ist der gangbare Weg Merkelscher "neuer sozialer Marktwirtschaft" zur Freude des ehemalige IWF-Direktors.
Nirgendwo deutlicher zeigt sich Köhlers wahres Gesicht, sein wirkliches Denken als in diesem kleinen, unbedeuteten Artikel.
Freitag, 8. Mai 2009
Donnerstag, 7. Mai 2009
Eine interessante Aktion
Die Nachdenkseiten haben eine interessante Aktion gestartet. Unter http://www.nachdenkseiten.de/?p=3922#more-3922 gibt es weitere Informationen.
Keine Ahnung von Demokratie?
Spiegel online hilft zusammen mit der Bertelsmann-Stiftung: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,623212,00.html.
Ja, ja, der Spiegel, das "Sturmgeschütz der Demokratie" und die neoliberale Bertelsmann-Stiftung haben zählen lassen. Zwar finden eine Menge der Deutschen Demokratie gut, aber leider, leider haben sie absolut keine Ahnung, was denn Demokratie wirklich ist - wie sie "tatsächlich funktioniert". Wie kleine Kinder sind sie, die Deutschen, können zwischen "Wunsch und Wirklichkeit" nicht unterscheiden; gar demokratische Theoretiker, der Praxis entzogen. Und deshalb und nur deshalb, so die beiden demokratischen Institutionen schlechthin - Spiegel und Bertelsmann - sind viele der deutschen Zeitgenossen unzufrieden mit der "Demokratie": aha.
Wahlen, die einem nicht wirklich die Wahl lassen, Volksbegehren, die es nicht gibt, soziale (Un-) Verhältnisse, die Kinderarmut zulassen, Bildungspolitik, die schon im Kindergarten zu spalten beginnt. Auf der anderen Seite Reichtum im Überfluss zum großen Teil umverteilt von unten nach oben, mindestens aber erwirtschaftet von denen, die keine Ahnung von "Demokratie" haben. Eine Politik, die seit Jahren gegen die Mehrheit des deutschen Volkes regiert: all das ist demokratische Munition für Spiegel, Bertelsmann & Co.
Am schlimmsten aber sind die Zuwanderer und das, je länger sie hier leben. Ja, was kommen die denn auch mit tatsächlich demokratischen Vorstellungen hier an? Immerhin braucht es zwei drittel ihres Lebens um ihnen beizubrigen, was die deutsche "Elite" unter Demokratie versteht.
Und dann das Sahnehäubchen: Bildung macht den Unterschied! Akademikerkinder (gerade in Deutschland unter guten materiellen Bedingungen lebend) halten mehr von der hier praktizierten "Demokratie" als der Hauptschüler, der nicht weiß, ob er einen Ausbildungsplatz bekommt. Selbst die OECD hat festgestellt, dass in keinem andern Land Europas Bildung und soziale Herkunft in so engem Zusammenhang stehen wie in Deutschland und damit hätten wir es doch: die hier gelebte Demokratie ist eine Demokratie, der Bildungs-"elite", eine derer, die sie sich leisten können.
Nur folgerichtig ist dann, dass Migranten, denen Bildung noch ferner als dem deutsche Prekariat, keine "demokratische Beteiligung" erlangen. Die Gründe hierfür sehen Spiegel und Bertelsmann in runden 60% der "deutschen Bevölkerung", die dies ja auch gar nicht will. Na, immerhin eine solide, demokratische Mehrheit.
So schürt man Ausländerhass: schön demokratisch und mit deutlicher Mehrheit.
Ja, ja, der Spiegel, das "Sturmgeschütz der Demokratie" und die neoliberale Bertelsmann-Stiftung haben zählen lassen. Zwar finden eine Menge der Deutschen Demokratie gut, aber leider, leider haben sie absolut keine Ahnung, was denn Demokratie wirklich ist - wie sie "tatsächlich funktioniert". Wie kleine Kinder sind sie, die Deutschen, können zwischen "Wunsch und Wirklichkeit" nicht unterscheiden; gar demokratische Theoretiker, der Praxis entzogen. Und deshalb und nur deshalb, so die beiden demokratischen Institutionen schlechthin - Spiegel und Bertelsmann - sind viele der deutschen Zeitgenossen unzufrieden mit der "Demokratie": aha.
Wahlen, die einem nicht wirklich die Wahl lassen, Volksbegehren, die es nicht gibt, soziale (Un-) Verhältnisse, die Kinderarmut zulassen, Bildungspolitik, die schon im Kindergarten zu spalten beginnt. Auf der anderen Seite Reichtum im Überfluss zum großen Teil umverteilt von unten nach oben, mindestens aber erwirtschaftet von denen, die keine Ahnung von "Demokratie" haben. Eine Politik, die seit Jahren gegen die Mehrheit des deutschen Volkes regiert: all das ist demokratische Munition für Spiegel, Bertelsmann & Co.
Am schlimmsten aber sind die Zuwanderer und das, je länger sie hier leben. Ja, was kommen die denn auch mit tatsächlich demokratischen Vorstellungen hier an? Immerhin braucht es zwei drittel ihres Lebens um ihnen beizubrigen, was die deutsche "Elite" unter Demokratie versteht.
Und dann das Sahnehäubchen: Bildung macht den Unterschied! Akademikerkinder (gerade in Deutschland unter guten materiellen Bedingungen lebend) halten mehr von der hier praktizierten "Demokratie" als der Hauptschüler, der nicht weiß, ob er einen Ausbildungsplatz bekommt. Selbst die OECD hat festgestellt, dass in keinem andern Land Europas Bildung und soziale Herkunft in so engem Zusammenhang stehen wie in Deutschland und damit hätten wir es doch: die hier gelebte Demokratie ist eine Demokratie, der Bildungs-"elite", eine derer, die sie sich leisten können.
Nur folgerichtig ist dann, dass Migranten, denen Bildung noch ferner als dem deutsche Prekariat, keine "demokratische Beteiligung" erlangen. Die Gründe hierfür sehen Spiegel und Bertelsmann in runden 60% der "deutschen Bevölkerung", die dies ja auch gar nicht will. Na, immerhin eine solide, demokratische Mehrheit.
So schürt man Ausländerhass: schön demokratisch und mit deutlicher Mehrheit.
Freitag, 1. Mai 2009
Der 1. Mai
Ein Pulk Jugendlicher, eine Kiste Bier auf einer Wiese in der Nähe des kleinen Ortes indem ich lebe. Sie feiern den heutigen 1. Mai auf ihre Art. Auf meine Frage hin, ob sie eine Ahnung hätten, wo dieser freie Tag denn herkäme, ernte ich fragende bis belustigte Blicke, jedoch keine Antworten.
Schon zieht der Belehrer in mir die linke Augenbraue hoch, wirft die Stirn in Falten und nimmt Luft zum dozieren über Chicago 1886, über Tote und Scheinprozesse. Über die Erfolge einer starken Arbeiterbewegung und kämpferischen Gewerkschaften. Möchte ihnen den harten Weg in schiefergrauen Farben zeichnen, der zu gehen nötig war, das Jetzige zu erreichen. Das weder Wiese noch Bier noch Krankenversicherung selbstverständlich sind und der Kampf zum Erhalt dieser elemtaren Dinge täglich, aber gerade heute geführt werden muss.
Aber irgendwas lässt mich inne halten, irgendein Zweifel schleicht in mir herum - ein diffuses Gefühl, dass ich nicht diese 20ig-jährigen fragen darf ob der Bedeutung des 1. Mai, sondern mich selbst - meine Generation. Haben viele von uns schlicht vergessen, wie gekämpft wird, ein Ziel mit (wahrhaft!) demokratischen Mitteln auch gegen die etablierte Macht erreicht wird? Ernten wir wohlmöglich die Früchte unserer eigenen Satt- und Trägheit? Haben wir nicht denen, die wir nun zum - offiziellen - Feind auserkoren, indirekt den Weg geebnet indem wir Ursprung und Bedeutung dieses Tages vergessen haben? Haben nicht viele von uns den Kampf für den anderen, ohne eigenen Nutzen, verlernt?
Schon zieht der Belehrer in mir die linke Augenbraue hoch, wirft die Stirn in Falten und nimmt Luft zum dozieren über Chicago 1886, über Tote und Scheinprozesse. Über die Erfolge einer starken Arbeiterbewegung und kämpferischen Gewerkschaften. Möchte ihnen den harten Weg in schiefergrauen Farben zeichnen, der zu gehen nötig war, das Jetzige zu erreichen. Das weder Wiese noch Bier noch Krankenversicherung selbstverständlich sind und der Kampf zum Erhalt dieser elemtaren Dinge täglich, aber gerade heute geführt werden muss.
Aber irgendwas lässt mich inne halten, irgendein Zweifel schleicht in mir herum - ein diffuses Gefühl, dass ich nicht diese 20ig-jährigen fragen darf ob der Bedeutung des 1. Mai, sondern mich selbst - meine Generation. Haben viele von uns schlicht vergessen, wie gekämpft wird, ein Ziel mit (wahrhaft!) demokratischen Mitteln auch gegen die etablierte Macht erreicht wird? Ernten wir wohlmöglich die Früchte unserer eigenen Satt- und Trägheit? Haben wir nicht denen, die wir nun zum - offiziellen - Feind auserkoren, indirekt den Weg geebnet indem wir Ursprung und Bedeutung dieses Tages vergessen haben? Haben nicht viele von uns den Kampf für den anderen, ohne eigenen Nutzen, verlernt?
Donnerstag, 30. April 2009
Sie wissen es.
Wenn auch schon etwas älter, aber geht gedanklich genau in die Richtung.
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/05/die-psychologie-der-leugnung.html
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/05/die-psychologie-der-leugnung.html
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