Dienstag, 28. Juli 2009

same procedure as every day

ein Lob auf die Anglizismen, ein heuchlerisches, verräterisches Lob.
Jeden Tag, aber auch wirklich jeden Tag werden Kinder verheizt, Wälder verbrannt, Flüsse verseucht. Werden Wiesen planiert, Kinder in Betonwüsten verpflanzt. Jeden Tag werden Jugendliche zurecht geschnitten im Sinne der Ökonomie, werden ihnen die Flügel ihrer Träume gestutzt; schmerzhaft: blutige Federn fallen hier.
Jeden Tag schauen Erwachsene zu, wohlbekannt das Leiden ihrer Kinder und hilflos dastehend, hilflos selbst - schon damals, selbst ein Kind.
So pflanzt sichs fort, die Angst - die Angst vor der eigenen Wahrhaftigkeit; nicht die Angst vor der Freiheit: das ist Propaganda da diese Freiheit keine ist, sondern Angst vor dem eigenem Ich ; dass ist Angst vor der Freiheit, die die Mächtigen in Deutschland als Freiheit benennen und Unfreiheit bedeutet.

Die RAF, sie lebt!

Da sind sie alle: Raspe, Meins, Baader, Ensslin -sie alle sind wieder auferstanden und treiben ihr wesen in Berlin, wenn auch unter anderer Identität, aber sie sind wahrhaftig, zumindest wenn es nach dem Glauben von Rainer Wendt geht.
Und um Glauben geht es hier, denn Wendt fabuliert etwas von "intensive(r) Phase des Planens und Ausbaldowerns" was sowohl das Zündeln las auch das Demonstrieren angeht. Das alles weiß er und natürlich das es die "linksextremistische Szene" ist, die hinter all dem steckt. Auch die Tatsache, das SpOn nur 20 -40% der Taten der linken Szene zurechnet schreckt diesen ultrarechten Demagogen nicht davon ab, eine sich reformierende RAF auszumachen welche aber nicht die hehren politischen Ideale einer Meinhof, sondern einer "Diktatur des Neides und der Versager" folgt.
Der Hass auf alles, was zu rund für seinen Vierkantschlüsselkopf ist trieft förmlich aus diesem Interview und macht ihn blind für die geringe Aufklärungsquote wie sie hier oder auch hier beschrieben wird: er weiß, die Täter sind linksextremistische Neider und Versager.
Oh, Herr Wendt, gerne gäbe ich Ihnen -zumindest teilweise- Recht.

Montag, 27. Juli 2009

Zynismus

'Es werde ja immer gesagt, der zurückliegende Aufschwung sei an den Menschen vorbeigegangen, so Bürkl. "Jetzt geht eben auch der Abschwung an ihnen vorbei." '
Bürkl, Chef der GfK im SpOn auf die Frage, warum sein Index trotz der katastrophalen Wirtschaftslage weitgehenst konstant bleibt.
Frei nach dem Motto: die Deppen waren im Aufschwung arm und daran wird sich jetzt nichts ändern, also ist doch alles gut zumal ja auch steigende Energiepreise für einen positiven Index sorgen. Klar, und wenn der Index positiv ist, so geben die Deutschen ja auch gerne mehr Geld aus, geht es ihnen gut, sind wir alle zufrieden.
GfK, Gesellschaft für Kakophonie.

Sonntag, 26. Juli 2009

Guido Westerwelle (Originalfoto)

verwurstet sie, schnell, schneller, am schnellsten!

Die ledige Annette Schavan - selbst kinderlos - propagiert das Einschulungsalter auf 4 Jahre zu senken.
Eine abenteuerliche und völlig wissenschaftsfreie Begründung liefert sie auch gleich mit wenn sie behauptet, dass "viele" Kinder am Ende der ersten Klasse wegen "Unterforderung" keine "Lust" mehr hätten.
Merkt die Ministerin für Wissenschaft und Bildung denn nicht, dass sie ihre eigene Rede ad absurdum führt? Wenn viele durch die Schule unterfordert sind, wäre es dann nicht eher notwendig, an dem unterforderndem System etwas zu ändern, also z.B. individueller zu lehren und lernen? Nein, Frau Schavan geht lieber das Risiko ein, durch eine zu frühe Einschulung viele Kinder zu überfordern wenn sie diese bereits mit 4 oder 5 schulischem Leistungsdruck aussetzen will. Und dazu, hier mache sich keiner was vor, würde es in der Folge kommen.
Merkwürdig erscheint jedoch eine Parallelität zu der von Frau Schavan heftig verteidigten Bologna-Reform: Beide Maßnahmen verkürzen in erheblichen Maße die Lernzeit und stellen so die Kinder und Jugendlichen viel früher einem potentiellen Arbeitsmarkt zur Verfügung.
Frau Schavan ist ein sogenannter "policy fellow" (politischer Freund) des "Institut zur Zukunft der Arbeit" (IZA), einer Arbeitgeberorganisation, welche sich vehement für generell längere Lebensarbeitszeiten - also früherer Beginn als auch späterer Renteneintritt einsetzt.
Und sicher ist sie dann auch Freund des Menschenhändlers und Direktors des IZA, Hilmar Schneider, der seinerzeit Arbeitslose versteigern wollte. Und sicherlich kuschelt sie auch mit dem Sturmoberführer des IZA, Norbert Walter, der die neoliberale Propagande perfekt beherrscht .
Und dieses gekaufte Stück Biomasse, denn um mehr handelt es sich in meinen Augen bei Frau Doktor Annette Schavan nicht, will meine Kinder noch früher in einen Arbeitsmarkt zwingen der kalt und menschenverachtend ist und lediglich der Befriedigung der Gier einer Kaste dient.
Ich selbst bin Vater von eineinhalbjährigen Zwillingen und die Vorstellung, die beiden könnten in gut zwei Jahren unter der Schavan'schen "Pädagogik" leiden, lässt mich erschauern.