Sonntag, 13. Februar 2011

Die Mechanismen funktionieren

Ob ein guter Blog - wenn vorab auch nur "vorläufig", eingestellt wird, oder ich heute mal wieder eine leidliche Diskussion darüber führen musste, das es natürlich faule Systemabzocker in Deutschland gibt, aber nicht diese sondern an ganz anderer Stelle verursachte Fehlleistungen dem Mittelstand die Luft zum Atmen nimmt, so haben diese Dinge Gemeinamkeiten.

Wenn Politprofiler den Blog mit dem Eindruck einstellt, nichts oder nicht genug erreichen zu können, mag man dies mit zu hoch angesetzten Zielen begründen - ein kleiner Blog, mag er noch so gut sein, löst noch keine Revolution aus. Aber man kann auch sagen und sehen, dass das neoliberale Gift, welches uns ja tagtäglich in Überdosis verabreicht wird, hier gewirkt hat. Die gleiche Lügen immer und immer wieder predigen und jedwede Zweifel und Veränderungen an diesem Mantra entweder totschweigen, oder, wenn das nicht geht, verunglimpfen, das ist wahre Propaganda. Und die soll genau das bewirken, was Politprofiler nun tut: Schweigen.

Die andere Wirkung dieses Giftes ist das Treten des Mittelstandes nach unten in Richtung Hartz IV. Gerade heute habe ich zwei Freunde meinerseits und getreue deutsche Bürger und Steuerzahler davon zu überzeugen versucht, dass auch 2 Millionen Hartz IV-Schmarotzer (sofern es so viele sind) von 7 Millionen Hartz IV-Beziehern dieser zweitreichsten Nation der Welt und ständigem Export"weltmeister" nicht den Funken eines volkswirtschaftlichen Problems verursachen können. Das unsere Proleme im Lohndumping, prekärer Beschäftigung bei gleichzeitiger Maximierung der Unternehmens- und Kapitalgewinne liegen; ein Fall HRE mehr Kosten für die Steuerzahler verursacht, als 50 Millionen Hartz IV-Sätze a 2000€.

Mann/Frau nickt, weil sie recht geben oder sie keine Argument dagegen haben - und schweigt.

Das Gift wirkt und wir müssen auf der Hut sein.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Das ist die Sache wert

Letztendlich dreht sich vieles um Geld. Nicht weil viele von uns das so wollen, sondern vielmehr, das wir das so wollen müssen. Deshalb hab' ich hier gegeben, was geht.

Ach, warum? Weil er gut schreibt, weil er Biss hat, weil er Ideale vertritt, die auch ich vertrete. Deshalb.

Pfui! Kinder!

Ekelhaftes Pack, diese Brut, die sich 'Kinder' nennt. Alles, was sie nicht essen können, zerstören sie. Und laut sind sie, laut wie Presslufthämmer - aber die kann man wenigstens straffrei abschalten. Das geht bei Kindern leider nicht; fesseln, knebeln, sedieren - alles verboten, schade. Na dann halt fort mit ihnen, weg von den Wohngebieten, vor allem weg von den geplagten und über Geduld strapazierten Alten bevor die den Aufstand proben und eine blutige Revolution gegen KiTas anzetteln. So zumindest die Ansicht der Senioren Union.
Die wollen nämlich den Kinderlärm, der seine Ursachen nur allzu oft in übergroßen Gruppen, zu wenigen Erzieherinnen und viel zu wenig Freispiel im Freien (also schlicht in Problemen, die Erwachsene zu verschulden haben) findet, möglichst weit weg von Eigenheim und Schrebergarten angesiedelt wissen.
Und das Wohin möchte der Vorsitzende dieser Gruppierung, "die sich für eine menschliche und solidarische Gesellschaft - generationenübergreifend - für Alt und Jung." stark macht, getrost der Politik -die sich ja bekanntlich überwiegend aus jungen Eltern rekrutiert- überlassen; gute Idee! Also die Kinder ab neben den Puff, der ja auch nicht im Wohngebiet sein darf.
Aber so schlägt dieser Depp, dem sie wahrscheinlich schon als Kind alle Freude aus dem Leib geprügelt haben, den wunderbaren Bogen zu seinem Juniorkollegen und Sozialschmarotzer Mißfelder der ja meinte, alte Menschen bräuchten keine Hüftprothesen mehr. Und so bestätigt sich immer mehr mein Verdacht, dass die Union ein durch und durch unchristlicher, menschenverachtender und egoisterscher Laden ist, indem die Jungen den Alten ihre Wertlosigkeit und die Alten den Jungen ihre Jugend vorwerfen.

Mittwoch, 9. Februar 2011

Die dät nit antworde

Dat Klöckner dät nit antworde uff me Frach wat denn mit de Beiträch für de Kinner un de Studente ist, wenn se denn regiere dorf. Nix! Ich versuch et noch emol:

Sehr geehrte Frau Klöckner,

ich kann mich des Eindruckss nicht erwehren, dass Sie sich der Beantwortung heikler Fragen im derzeitigen Wahlkampf entziehen. Diese Fragen stammen natürlich von Menschen aus Rheinland Pfalz, dem Sie sich ja nicht nur qua Geburt, sondern auch durch Ihr proklamiertes Selbstverständnis nicht nur verbunden, sondern auch verpflichtet sind. Diese Fragen betreffen sehr konkret Ihre Politik im Falle eines Wahlsieges - aber Sie antworten nicht. Wie kann ich Sie dann wählen?

Bin jo selbst en eenfache Typ un muss dat Hochdeutsch mühsam bei denne Verwandte zusamme klaube, aber dann hätt ich doch geern och wat jehört von de Julia.

Zu Befehl, Herr Hall!

Ja, da steht sie stramm, die Deutsche Judikative! der Herr Reiner Hall, seines Zeichens ein Fachmann für Recht -der nennt sich "Jurist", ich hab's mehrmals gelesen - bei der Deutschen Bank droht dem obersten deutschen Gericht, einfach so, als wäre nichts dabei. Da darf die Ackermannbank hochspekulative Papiere verkaufen an Kunden, die sie offenbar nicht angemessen beraten hat. Ackermanns Bank verdient in jedem Fall, der Kunde - private wie öffentliche - verliert in jedem Fall: 25% Rendite versprochen, Eigenkapital verloren.

Da hat jetzt ein Zockerhansel es doch tatsächlich gewagt, diesen Hunger-ist-geil-Laden Deutsche Bank zu verklagen und schafft es bis vor den Bundesgerichtshof, da kommt der Ackermann im Korpus des Herrn Hall und meint: "Ey, Jungs vom BGH. So geht das nicht. Wenn ihr uns das Zocken und den Beschiss verbietet, klatsche ich euch ne neue Finanzkrise vor die Gosche" Und prompt vertagt der BGH seine Entscheidung, da er nicht weiß, "ob er an seiner vorläufigen Einschätzung festhalten will."

Eigentlich ist es unglaublich, wie sich die Dinge - wenn auch mit anderen Zielen - wiederholen. Das Deutsche Gerichtsbarkeit nicht nur bestechlich ist sondern vor einer Drohung, gleich von wem auch immer, zurückzuckt, lässt nicht nur an '33 denken sondern bringt diese Zeit de facto zurück.