Freitag, 21. Januar 2011

verdrossen

Im Grunde ist Politverdrossenheit doch nichts anders, als eine direkte Reaktion der Menschen auf die Verdrossenheit der Politik ob der Menschen. Scheiße, von der Gestelztheit könnte der Satz aus den Kanzleramt kommen; vom Inhalt her natürlich nicht. Da heißt es lapidar, "wir tuen alles, um den Menschen in diesem Lande zu helfen" und meint damit, die Trägheit der Deutschen ist alternativlos.

So wird z. B. unsere hervorragende medizinicshe Versorgung weiter verbessert und ausgebaut für den kleinen Beitrag von 0.3% jetzt und möglicher 30% später.

So wird unsere Stromversorgung durch längere Laufzeiten der AKWs gesichert und der Preis auch; wir merken das zum 1. dieses Jahres ganz deutlich an stark fallenden Strompreisen. Das kann doch wohl jeder lumpige BWL oder VWL-Student bestätigen.

So sichern wir uns vor Armut im Alter ab, in dem wir Geld in private Versicherungen werfen (und der "Staat" wirft auch noch welches hinterher) welches wir eigentlich gar nicht haben, aber uns dann in Form von Spekulationsblasen eben dieser Versicherungen wieder teuer zu stehen kommt.

So zeigen wir unsere Demut vor den Banken, in dem wir eselgleich 14% Dispozinsen zahlen, während die Bank das Geld zu 1% erhält.

Es ist alles in Ordnung in Deutschland. Die Springer, Mohns, Quandts, Aldis etc lehnen sich zurück: "Es herrscht Friede im Land". Die Merkels, Westerwelles, Gabriels, Künasts' lassen sich willfährig an ihren Fäden ziehen. Und das bisschen Linke im Land hat vor lauter Machtgeilheit nicht Besseres zu tun, als sich selbst abzuschaffen. (Eh, Arschloch, hast kein copyright auf "abschaffen", also lass es).


Kommentare:

  1. Schön zusammengefasst. Solche fühligen Kommentare sind das Salz der Blogsuppe.

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  2. "Wenn wir all den Dingen, die uns so unverständlich und unmöglich erscheinen keine Dummheit sondern Absicht unterstellen, wird so manches klarer."

    Es gibt keine Politiker, die "absichtlich" handeln, weil für kein einziges der Probleme, um deren Lösung sich die Politiker bemühen, eine wie auch immer geartete "politische Lösung" existiert!

    Alle Zivilisationsprobleme, die sich überhaupt thematisieren lassen, entstehen monokausal und zwangsläufig aufgrund einer seit jeher fehlerhaften Geld- und Bodenordnung und der daraus resultierenden systemischen Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz.

    Die einzig denkbare Lösung ist die Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus), die wiederum das, was wir heute als "hohe Politik" bezeichnen, überflüssig macht:

    http://muskelkater.wordpress.com/2011/07/01/die-finanzkrise-und-die-krise-der-hohen-politik/

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